30 Jahre Subaru in Deutschland
Seit drei Jahrzehnten ist der größte Allrad-Hersteller im anspruchsvollsten PKW-Markt der Welt eine feste Größe
Es gab viele Ereignisse im Jahr 1980, die in den Geschichtsbüchern verewigt sind. Mit Ronald Reagan wird erstmals ein Hollywood-Schauspieler zum US-Präsidenten gewählt, die „Grünen“ werden gegründet, der deutsche Film „Die Blechtrommel“ gewinnt den „Oscar“ und Reinhold Messner bezwingt als erster Bergsteiger den Mount Everest im Alleingang und ohne Sauerstoff-Gerät.
In den USA ist ein Film in Vorbereitung, der in der Folge auch in Deutschland zum Kassenknüller wird. „Auf dem Highway ist die Hölle los“ und Jackie Chan sorgt bei diesem chaotischen Rennen mit einem Auto für Furore, das in Europa bis dato nahezu unbekannt ist – einem Subaru 1800. Seine Konkurrenten sind die Boliden von Dean Martin, Sammy Davis jr., Burt Reynolds und Roger Moore.
Der legendäre Subaru 1800 sollte bald auch in Deutschland unterwegs sein. Doch dazu musste es erst den 10. Oktober 1980 geben. Dieser Tag hat es zwar nicht in die allgemeine Geschichtsschreibung geschafft, ist aber gleichwohl ein wichtiges Datum auf dem damals noch rein bundesdeutschen Automobilmarkt. An jenem herbstlichen Freitag unterzeichneten Fuji Heavy Industries Ltd. (FHI), Mitsui & Co. und ein Autohändler aus Bad Hersfeld den Gründungsvertrag für die Subaru Deutschland GmbH. Damit stand eine neue Firma juristisch auf festen Füßen, und seither werden die Subaru-Fahrzeuge über eine eigene Vertriebsgesellschaft in Deutschland vermarktet.
Wie alles anfing
Jens Becker, Geschäftsführer der Subaru Deutschland GmbH, sagt zum Jubiläum: „Heute blicken wir auf einen Zeitraum zurück, in dem andere Unternehmen vergeblich versucht haben, sich zu etablieren. 30 Jahre sind mehr als eine ganze Generation und es hat sich viel verändert. Was 1980 klein anfing, hat sich durchgesetzt: Wer nach 30 Jahren erfolgreich am Markt ist, der hat es geschafft.“
Vom heutigen Erfolg der Marke wagten die Pioniere von 1980 nicht einmal zu träumen. Japanische Autos waren zwar seit Anfang der 70er Jahre auch in Deutschland auf dem Markt, doch das Misstrauen der deutschen Autofahrer gegenüber Importmodellen war groß. Zudem war der Name Subaru nur ausgesprochenen Auto-Fachleuten ein Begriff. Obwohl 1980 auf den Straßen der Welt bereits drei Millionen allradgetriebene Fahrzeuge mit dem Sechs-Sterne-Oval am Kühlergrill fuhren.
Sechs Sterne? Das Firmenlogo von Subaru symbolisiert tatsächlich sechs Sterne. Denn der Sternenhaufen der Plejaden heißt auf Japanisch „Subaru“. In Deutschland ist das Himmelsbild unter dem Namen „Siebengestirn“ bekannt. In Europa werden nämlich sieben Sterne der Plejaden gezählt. Japanische Astronomen sehen dagegen nur deren sechs. Grund dafür ist der Stern Pleione, dessen Helligkeit immer wieder schwankt.
Sechs oder sieben Sterne – an dem einzigartigen Produktvorteil von Subaru ändern die himmlischen Feinheiten nichts. Den serienmäßigen Allradantrieb kannte man bis dato nur von reinen Geländewagen wie Jeep oder Land Rover. Subaru war es vergönnt, das Prinzip „auf allen Vieren“ bereits 1972 als erster Hersteller der Welt in den industriellen Personenwagenbau einzuführen. Seither hat Subaru weltweit mehr als 10,5 Millionen Allrad-Pkw verkauft und ist damit unangefochten Marktführer in diesem Segment. Alle Allrad-Autos besitzen einen eingebauten Sicherheitsvorsprung: Ihr Antriebssystem liefert unter allen Umständen die bestmögliche Traktion. Ausgewogenheit und Leistungsfähigkeit des Subaru-Allradsystems basieren auf der symmetrischen Bauweise, die aus der Kombination von Boxermotor und Allradantrieb resultiert: Vom Motor über Getriebe bis zum Hinterachsdifferential verläuft der Antriebsstrang „Symmetrical AWD“ in horizontaler Symmetrie.
1980 bestand das Subaru-Modellprogramm gerade mal aus drei Modellen: Die Subaru 1800 Limousine, der 1800 Station und der SRX, dem späteren Turismo, und zeichneten sich durch Solidität und ein nach heutigen Maßstäben eher zurückhaltendes Styling aus. Erst später folgten emotionale Modelle wie die Sportcoupés Subaru XT oder Subaru SVX, die heute gefragte Liebhaber-Youngtimer sind. Vor allem durch den Legacy, der im Vorjahr seinen 20. Geburtstag feierte, und den Forester hat sich die Modellpolitik in der Folge drastisch verändert.
Dies sollte sich auch auf die Zulassungen in Deutschland auswirken. Im Jubiläumsjahr 2010 rechnet die Subaru Deutschland GmbH mit 8.500 verkauften Fahrzeugen. Ein wichtiger Erfolgsfaktor ist dabei der Boxer-Dieselmotor, mit dem ein technologischer Durchbruch gelang. Eingeführt wurde der boxende Selbstzünder Anfang 2008 in den Baureihen Legacy und Outback, im Herbst 2008 folgte der Forester, im Dezember 2008 schließlich der Impreza. Der moderne und abgasarme Dieselmotor schloss eine große Lücke in der Angebotspalette und führte der Marke viele neue Kunden zu.
Verändert haben sich auch die Besitzverhältnisse. Im Jubiläumsjahr 2010 hält die Schweizer Emil-Frey-Gruppe mit 71 Prozent die Mehrheit.
Bis Ende 2009 hat Subaru in Deutschland genau 323.801 Fahrzeuge verkauft. 120 Beschäftigte arbeiten am Standort Friedberg für die Firma, 420 Händlerbetriebe betreuen die immer größer werdende Zahl an zufriedenen Kunden.
Seit dem 1. August 2000 führt der Schweizer Jens Becker als Geschäftsführer die Subaru Deutschland GmbH. Neben dem erfolgreichen Verkauf von faszinierenden Modellen richtet er sein Hauptaugenmerk auf den Kontakt zu den Kunden und den Händlern. In Umfragen zur Kunden- und Händlerzufriedenheit ist die japanische Marke immer auf Goldkurs.
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