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Fuji Heavy Industries

Die Geschichte von Fuji Heavy Industries (FHI) reicht zurück bis ins Jahr 1917. Am 10. Dezember jenes Jahres gründete Chikohei Nakajima in Ota ein Versuchslabor für Flugzeugbau. Aus diesem kleinen Labor entwickelte sich die Nakajima Aircraft Co. Ltd., die die japanische Luftwaffe mit Motoren und Kampfflugzeugen belieferte.

1941, im Jahr des Angriffs auf Pearl Harbor, war der Nakajima B5N2-97 Trägerbomber, dem die Alliierten den Codenamen "Kate" gegeben hatten, das Rückgrat der japanischen Marineflieger und galt als das beste Torpedoflugzeug der Welt - obwohl er eigentlich als Bomber entwickelt worden war. 1944 stellt die japanische Marine den Nakajima B6N2 Tenzan-Torpedobomber in Dienst, der die "Kate" ablöste und bei den Alliierten den Codenamen "Jill" erhielt. Beide Maschinen erwarben sich durch ihre hohe Leistungsfähigkeit Respekt auch beim Gegner.

Auflösung und Vereinigung

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs befahl General Douglas McArthur, der Oberbefehlshaber der Alliierten, die Auflösung der gigantischen Finanz-Gruppen "Zaibatsu", zu denen auch die Nakajima Aircraft Co. zählte. Nach der grundlegenden Umstrukturierung stellte sie unter dem neuen Namen Fuji Sangyo Co., Ltd. zivile Produkte her, und im Juni 1946 lief der erste Motorroller 'Rabbit' vom Band.

1950 wurde Fuji Sanyo auf Befehl des amerikanischen Militärs in zwölf kleine Firmen aufgesplittert. Erst 1953 erhielt Fuji die Erlaubnis, sechs der kleinen Firmen wieder unter einem Dach zu vereinen: Am 15. Juli 1953 wurde Fuji Heavy Industries gegründet. Vier Jahre später lief der erste Subaru vom Band. Der Name "Subaru" bedeutet "vereinen", die sechs Sterne sind das Symbol für die sechs Firmen, aus denen Fuji Heavy Industries hervorgegangen ist. Diese Bezeichnung verwendete Kenji Kita, der erste Präsident von FHI zuerst in diesem Sinne. Seit jenem März 1958 ziert das "Oval mit sechs Sternen" als Firmenlogo alle Subaru - auch schon den allerersten, den Kleinwagen Subaru 360.

Das erste Auto mit dem Namen Subaru

Die Entwicklung des 360 begann 1954, neun Jahre nach Ende des zweiten Weltkrieges. Japan war mit dem Wiederaufbau beschäftigt, eine Art Wirtschaftswunder zeichnete sich ab, und die Idee eines "kleinen Autos für den kleinen Mann" hatte etwas für sich - auch wenn der gesetzliche Spielraum dafür eng gesteckt war: Kleinwagen durften höchstens 3,00 Meter lang, 1,40 Meter breit und 2,00 Meter hoch sein und ein Motörchen mit maximal 360 Kubikzentimeter Hubraum haben. In diesen Maßen wollte Chef-Entwickler Shinroku Momose vier ausgewachsene Personen packen und sie von einem Zweitaktmotor mobilisieren lassen. Das zweite Handicap des kleinen 360 war der Preis. Unter 400.000 Yen sollte er kosten, aber dafür gab es dann aber auch ein außergewöhnliches Auto. Der Subaru 360 war der erste japanische Wagen, der die Paßstraße des Mount Akagi erklomm, ohne heißzulaufen. Diese Leistung löste Jubel und Begeisterung aus, und weil "hurra" in Japan wie "banzai" klingt, heißt seit diesem Tag der Mount Akagi in Subaru-Kreisen nur noch Banzai-Berg. Erfolge hatte der 360 aber nicht nur am Berg, sondern auch auf dem Markt: Die Produktionszahlen stiegen von 385 Stück im ersten Jahr auf insgesamt 75.781 Einheiten bis zum Jahr 1967.

Der Aufstieg zum Weltkonzern

In den Jahren des wirtschaftlichen Aufstiegs steigerten sich die zuvor bescheidenen Ansprüche an Komfort und Leistung erheblich und rasch. Der Subaru 360 war zwar ein Verkaufsschlager, aber nach insgesamt 75.781 gebauten und verkauften Einheiten kam 1967 das Ende für den ersten aller Subaru.

Für den Konzern war das Jahrzehnt der wildern 60er eine Ära des Aufbruchs, dessen Fundamente in den 50er Jahren lagen. Die langfristigen Pläne von Fuji Heavy Industries sahen Aktivitäten auf vielen verschiedenen Geschäftsfeldern vor: Man entwickelte ein tragfähiges Fahrzeugkonzept, das den Konzern für die Zukunft konkurrenzfähig machen sollte. Gleichzeitig besann man sich auf die Erfolge im Flugzeugbau und dachte über neue, zukunftsweisende Produkte nach. Zur Realisierung dieser hochfliegenden Pläne aber brauchte man eine solide finanzielle Basis. Deshalb ging FHI im März 1960 an die Börse und legte damit den Grundstein für einen Konzern, der international agiert. Heute konzentriert sich Fuji Heavy Industries auf die Entwicklung und Herstellung von Transporttechnologien, und die gesamte Produktpalette von Fuji Heavy Industries entsteht in den vier eng miteinander verbundenen Geschäftsbereichen: Automobilbau, Luft- und Raumfahrt, Transportmittel und Industrieprodukte - wobei Subaru traditionell den Löwenanteil an der Gesamtbilanz hält.

Global Player - Werke und Joint Ventures

FHI zählt zu Japans größten Herstellern von Transporttechnologie und baut Lokomotiven und Busse, Industrieanlagen und Landmaschinen, Wasserpumpen und Generatoren, Zivil- und Militärflugzeuge, Flugzeugteile und beliefert das japanische Verteidigungsministerium genauso wie die Flugzeughersteller Boeing und McDonnell Douglas.

In der Tradition seiner Ursprünge baut Fuji Heavy Industries heute Zivil- und Militärflugzeuge und ist stark engagiert in der japanischen Raumfahrt. Bereits 1953 begann FHI mit der Produktion des T-34 A Trainingsflugzeugs im Auftrag der japanischen Abwehr. 1958 baute FHI den T-1 Jet Trainer, das erste Düsenflugzeug nach Ende des zweiten Weltkrieges. Heute entwickelt FHI für die NASDA, Japans National Aerospace Development Agency, das H-II Space-Shuttle HOPE H-II Orbiting Plane und den sogenannten Supersonic Transport-Hypersonic Transport. Im Juli 1996 absolvierte ALFLEX, ein schmalbrüstiges automatisches Landungs-Versuchsfahrzeug von HOPE, seinen Erstflug und landete automatisch gesteuert wieder auf der Erde. Außerdem ist FHI Mitglied jenes Konsortiums, das mit der japanischen Weltraumbehörde NASDA an Projekten wie dem nationalen Raumlaboratorium zusammenarbeitet.

FHI ist global präsent - von Japan über USA, Europa, den Mittleren Osten bis nach Afrika und Australien. Allein in Japan arbeiten mehr 14.000 Menschen für FHI, insgesamt stehen weltweit über 27.000 Arbeitnehmer in 22 Ländern und über 100 Niederlassungen in Diensten des japanischen Multikonzerns. Neben neun Produktionsstätten in Japan besitzt FHI eine Fabrik in Lafayette/Indiana (SUBARU OF INDIANA Automotive Inc. SIA) und eine in Taiwan (Ta Ching Motors Co. Ltd.), wo Pkw für den amerikanischen und chinesischen Markt produziert werden. Außerdem bestehen Kooperationen mit ausländischen Firmen zur Entwicklung von Raumfahrt, Flugzeugtechnologie und Rennmotoren.

Auf dem Transportmittelsektor gehört Fuji Heavy Industries zu den ganz Großen der japanischen Branche. FHI produziert eigentlich alles - von Bussen aller Art, die FHI auch nach Südostasien, in den Mittleren Osten und nach Afrika exportiert bis zum "Pendulum-Type Super Express Diesel-Railcar", einem High-Tech-Pendelzug, der in Kurven erheblich höhere Geschwindigkeiten fahren kann als konventionelle Züge. Landmaschinen, Generatoren, Wasserpumpen und Motoren für alle Verwendungszwecke mit Leistungen zwischen einem und 60 PS stellt FHI in großen Mengen her: jedes Jahr rund 840.000 Maschinen, 46.000 Generatoren und 40.000 Pumpen. 70 Prozent der Produktion gelangt in den Export nach USA, Europa, Asien und den Mittleren Osten.

Die Ausschöpfung von Synergieeffekten und der Technologietransfer zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen genießen heute höchste Priorität, denn die Optimierung von Prozeßabläufen und die Konzentration auf den Ausbau der Kerngeschäfte sind heute die wesentlichen Optionen auf Erfolg in der Zukunft.

 

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